Glauben Sie an Zufälle? – Was ich mit dem Buch „verraten, verkauft, verloren?“ erlebt habe

Irgendwie war und ist mein Leben ja immer aufregend, doch was Buchprojekte an sich angeht, so läuft das normalerweise wie am Schnürchen. Schreibe ich selbst an einem Buch, so klappt das ohnehin hervorragend, da ich mir ja alles selbst einteilen kann, mit niemandem über den Inhalt diskutieren muss und auch den Zeitplan bestimme. Doch auch bei Manuskripten, die ich als Verleger zugesandt bekomme, ist das normalerweise Tagesgeschäft. Ich lese das Manuskript und entscheide dann, ob ich es publiziere oder nicht. Dann geht es ins Lektorat, parallel dazu gestalte ich das Cover und bereite den Satz und das Layout vor. Ist am Ende alles fertig, geht es in die Druckerei und am Tag des Erscheinens werden die Bücher entweder bei mir im Hause, in der Druckerei oder bei meiner Auslieferung, dem Aldebaran-Versand, signiert.

Bei diesem Buch war jedoch alles anders. Zunächst war es so, dass Frau Gabriele Schuster-Haslinger mich im September 2014 anschrieb, ob ich Ihr Werk verlegen wolle. Da ich aber an meinem eigenen Buch saß und weitere Titel anderer Autoren in der Pipeline hatte, musste ich ihr absagen – half ihr aber dabei bzw. gab ihr Tipps, wie sie das Buch im Eigenverlag herausbringen konnte, damit der brisante Inhalt nicht der Zensur zum Opfer fällt.

Es war der 1. September 2015, als Frau Schuster-Haslinger dann zu mir in den Verlag kam und noch einige Detailfragen beantwortet haben wollte. Die gab ich ihr gerne und wünschte ihr danach den größtmöglichen Erfolg mit ihrem Buch.

Doch drei Tage später schrieb sie mir, dass sie doch ein recht mulmiges Gefühl habe, dieses inhaltlich doch recht heiße Buch alleine zu verlegen, da sie sich ja nun gar nicht mit dem Buchgewerbe auskenne, und fragte mich, ob ich es nicht doch verlegen wolle.

Ich spürte in mich und hörte eine klare Stimme, die meinte: „Mach es!“ Hierzu muss ich anführen, dass ich gerade zu dieser Zeit mitten in meinem neuen Buch „Whistleblower“ steckte, das eigentlich im Dezember fertig sein sollte. Zudem lag das Manuskript von Stefan Müllers Buch „Gefährlich 2“ auf meinem Tisch, den ich aufgrund meines eigenen Buches auf das Frühjahr 2016 vertröstete. Nun sagte die innere Stimme aber, dass ich „verraten, verkauft, verloren?“ machen sollte. Nun gut, da es recht unangenehm werden kann, wenn ich mich gegen einen inneren Auftrag wehre, gab ich also nach… Ich entschied mich allerdings dazu, dann auch gleich Stefans Buch mitzuverlegen und verschob mein eigenes Projekt auf März/April 2016.

Soweit lief dann alles reibungslos, Stefan Müllers Buch war fertig gesetzt und das Cover bereits in der Druckerei, und bei Frau Schuster-Haslingers Buch war ich selbst noch in der Korrektur und beim Layout, als es am 27.11.2015 plötzlich „klack“ machte, mein Computer ausging und nicht mehr ansprang. Auch das wäre ansonsten kein Problem gewesen, da ich einmal im Monat alle Festplatten sichere und normalerweise bei einem aktuellen Buchprojekt alle zwei Tage, manchmal sogar täglich, eine zusätzliche Datensicherung auf einen USB-Stick ziehe. Anders dieses Mal: Ich hätte am Tag darauf die große Datensicherung gemacht und war, da ich eben beide Bücher parallel bearbeitete, so im Stress, dass ich es einfach vergaß. Nun, diesen Tag werde ich in diesem Leben bestimmt nicht mehr vergessen, denn meine Daten waren alle futsch. Ich brachte meinen Rechner zu einer Spezialfirma, die selbst Computer baut und auch repariert, und die konnte mir nach zwei Tagen nur mitteilen, dass die Festplatte physisch defekt war (und ein Hackerangriff somit ausgeschlossen werden konnte), und es evtl. noch eine Spezialfirma gäbe, die für über 1.000 Euro in einem Reinraum versuchen könnte, die Daten wiederherzustellen. Was aber dauern würde… Die Zeit hatte ich jedoch nicht, da beide Bücher ja in Druck mussten, da die Leser diese ja vor Weihnachten auf dem Gabentisch liegen haben wollten.

In einer darauf folgenden heftigen Woche, in der ich zwei Kilo abgenommen und ein paar graue Haare hinzubekommen hatte (dann wissen Sie, wie es mir innerlich ging…), gelang es mir, aus einer pdf-Datei, die ich Stefan Müller geschickt hatte, die Daten zu rekonstruieren und durfte Satz und Layout komplett neu erstellen. Und das alles auf einem kleinen Notebook. Grrr… Bei Frau Schuster-Haslinger lagen die Daten leider nur zum Teil vor. Das Hauptproblem waren jedoch die 652 Quellenverweise im Text, die es mir völlig verwurschtelt hatte. In meiner Not sprach ich mit meinem Freund und Auslieferer Wolfgang Sipinski, der meinte: „Schick mir die defekte Festplatte mal nach Köln. Mein Junior soll mal draufschauen, vielleicht kann er noch was retten.“ Ganz ehrlich gesagt dachte ich mir, was denn der 17-Jährige retten können will, was eine Computerfirma schon nicht bewerkstelligen konnte. Aber egal, ich hatte ja eh nichts zu verlieren und sandte, nachdem ich meinen Bürorechner mit neuer Festplatte und neuem Betriebssystem zurückbekommen hatte, die Festplatte nach Köln. Zwei Tage später, morgens um 6 Uhr – ich stand gerade im Bad und hatte eine kurze Nacht hinter mir, in der ich versuchte, die Buchdatei weiter zu vervollständigen – kam eine sms mit dem Text: „Daten alle wieder vorhanden!“ Der Wahnsinn!

Ich kürze das Ganze jetzt etwas ab. Ich hatte meine Daten wieder und war froh, dem Hinweis meines Auslieferers Folge geleistet und nun die Daten wieder zu haben. Wenn da die Engel nicht mit im Spiel waren. Doch in dieser Woche – als ich die Daten noch nicht wieder hatte –, rief mich Daniel Prinz an. Ich wimmelte ihn aber ab und bat ihn, sich zu gedulden, bis ich wieder Ordnung mit meinen Buchprojekten hätte. Ihn rief ich also am Tag der geretteten Daten wieder an und dabei berichtete er mir, dass ihm zwei Tage nach seinem Anruf bei mir exakt das Gleiche widerfahren war, während er an einem brisanten Artikel schrieb – physischer Festplattendefekt! Glücklicherweise hatte er seine Daten gesichert und brauchte sie nur wieder auf eine neue Festplatte aufzuspielen. Aber sind das alles Zufälle?

Nun ja, das Buch ging dann in Druck und in die Werbung, als mir von einem meiner besten Kunden mitgeteilt wurde, dass er das Buch nicht ins Sortiment mit aufnehmen würde, da darin das Thema „Ratzinger als Kindsmörder“ behandelt sei, was dieser als Fehlinformation auffasste. Es gab einen Email-Austausch, bei dem ich auch ein Video einer der beiden angeblichen Augenzeuginnen mitsandte, die ich als recht glaubwürdig ansah. Wie dem auch sei: das war jedenfalls der nächste Schock.

Ich hatte mich dann aber damit abgefunden und freute mich auf den 16.12.2015 und die Signierungsaktion in der Druckerei. Hierzu muss ich sagen, dass dies bereits Routine ist und ich das bereits mehr als 10 Mal praktiziert hatte. So standen Frau Schuster-Haslinger und ich am 16.12. morgens um 8 Uhr in der Druckerei und bekamen mitgeteilt, dass in der Nacht die Druckmaschine den Geist aufgegeben hatte und die Bücher deswegen nicht fertig seien. So etwas war noch nie vorgekommen. Glücklicherweise handelt es sich um ein höchst professionelles Unternehmen und wir bekamen dann die Bücher „live“ gedruckt drei Stunden später ausgehändigt. Aber inzwischen mussten die Autorin und ich lachen, denn spätestens jetzt war für jedermann offensichtlich, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Glücklicherweise hat am Ende doch noch alles geklappt und das Buch ist jetzt im Handel – und hoffentlich auch bei Ihnen bereits eingetroffen.

Aber meine Frage nun an Sie: Was glauben Sie, ist hier geschehen? Wollte eine Kraft das Erscheinen des Buches verhindern? Aufgrund des heißen Inhalts? Oder war es etwas anderes?

Ich bin jedenfalls sehr froh, das Buchprojekt trotz all der widrigen Umstände umgesetzt zu haben. Dadurch ist dieses Buch für mich auch etwas ganz Besonderes. Und ich bin mal gespannt, was ich in einem Jahr darüber sagen werde. Vor allem habe ich aber wieder einmal festgestellt, dass es bei all den Widrigkeiten immer eine Lösung gab. Und das deute ich so, dass es doch wohlwollende Kräfte gibt, denen das Erscheinen dieses Buches wichtig ist.

Leseproben:

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  • zusammenfassung? was bedeutet das?

    wenn die innere stimme zugestimmt hat, denke ich nicht, dass es zeichen waren, das projekt sein zu lassen - außer es war eine lektion um zu lernen, dass es eventuell noch zu früh ist...als ich erfahren habe, dass es ihrem bekannten ebenso ging, war mein allererster gedanke, dass hard- und/oder softwarehersteller ihre produkte auf entsprechende impulse codiert haben, so ähnlich wie bei einem selbstzerstörungsmechanismus. wenn bei mir solche "technischen phänomene" auftauchen, ist es meist nur ein auslöser für folgende vernetzungen, auf die ich normal nicht gekommen wäre. teilweise mit sehr angenehmen und überraschenden erlebnissen verbunden. alles gute!

  • .

    Hallo und danke für dieses Buch!

    Einfach ausgedrückt war das Ganze ein Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, den das Licht, wer oder was denn sonst, natürlich gewonnen hat.

  • zu lang

    Hallo, wie heist es doch so schön..Gedanken haben die Macht Dinge zu kreieren und zu bewegen. Für mich fühlt es sich so an, als ob die Autorin Zweifel hatte, bis dahin das sie es selbst nicht verlegen wollte, wozu es wahrscheinlich auch nicht gekommen wäre. Die umsetztende Kraft hatte dann die Energie Konstrukte erst einmal bändigen müssen, wie die nachfolgenden Geschehnisse ja auch eindeutig beweisen. Zu aller letzt gab es man gut ja doch das happy end, und beide Seiten hatten sich ja irgendwie auch an gezogen.
    Genau zu diesem Thema "Zweifel"wundere ich mich manchmal über meine Erlebnisse, verfolge meine Gedanken und Einstellungen dazu zurück, und erst beim an schauen bemerke ich das ich es war die dies kreierte. Ja, man lernt wohl nicht aus sich seiner Gedanken Konstrukte bewußter zu werden um gezielter gewünschte Geschehnisse herbei zaubern zu können. Liebe Grüße:-)

  • Meine Meinung zu der Schilderung

    Meiner Ansicht nach zeigen sich hier die Widerstände des alten Zeitalters, die noch Überwunden werden müssen. Mir ist mit meiner Kiste übrigens etwas ähnliches passiert - es hat mich aber lediglich ein neues Board gekostet. Da ich mich auch mit dem Gedanken trage, ein Buch zu schreiben und dich, Jan, als ersten möglichen Verleger meiner Wahl betrachte, melde ich mich vielleicht noch mal bei Dir. Letzten Endes hat sich ja dann bei dir alles zu Guten gewendet, das Ereignis also unter "immer Daten sichern" abspeichern und weiter machen. Weiterhin für Dich und Deinen Verlag alles Gute und vielleicht "bis dann mal".

  • Wespennest?

    Hallo Jan

    Eine Frage:
    Als Du an der Korrektur von Frau Schuster-Haslinger's Buch gesessen bist, kannst Du dich da noch daran erinnern mit welchem Kapitel du gerade beschäftigt warst?

    Ich vermute, Du bist hier möglicherweise -in diesem Moment- auf ein Wespennest gestoßen ohne es zu wissen. Vielleicht solltest Du dem (Thema) nachgehen - der Brisanz wegen. Kann sein, dass mehr dahinter steckt als offensichtlich erkennbar ist. Du weißt ja, dass sich hinter dem Offensichtlichen meist eine andere Realität verbirgt.

    Erkenne die Zeichen ...!

    In diesem Sinne, alles Gute, viel Erfolg und mach' weiter so.

    Gruss
    Sven


    P.S. Du hast schon sehr viel bei den Menschen in Gang gesetzt.

  • Da bist Du nicht der einzige...

    Hallo Jan, zu Deinem Artikel:

    Bei mir ist während der 3 monatigen Aktualisierungs- und Überarbeitungsphase zur Wiederveröffentlichung von
    "Geboren in die Lüge", welches im August 2015 diesmal bei Allstern erschienen ist, innerhalb von wenigen Stunden
    der Rechner UND das Notebook nahezu zeitgleich kaputt gegangen. Bildschirme schwarz. Nichts ging mehr.

    Also gleich 2 Geräte nahezu zeitgleich.

    Beim Notebook habe ich die Festplatte retten können. Beim Rechner, auf dem auch die Neuversion in Bearbeitung
    war, musste ich mir von einer Computerfirma, die den Rechner prüfte, sagen lassen, dass der nicht mehr zu retten
    wäre. Ich musste mir einen neuen besorgen.

    Ich hatte die Daten zuvor auf einem Stick gespeichert und gesichert...

    Vielleicht interessiert Dich zu solchen Zufällen (...) auch was Guido Grandt in seinem Buch "11.3. - Amoklauf
    von Winnenden..." zu ähnlichen Themen, die er selbst erlebt hatte, schrieb (Emails verschwanden und wurden
    gelöscht, etc.).

    Ergänzung: Ich habe dem ARGO Verlag vor geraumer Zeit auf deren Bitte Gerätschaften zum Aufspüren
    technischer Wanzen zur Verfügung gestellt, da dort ebenfalls einige Dinge geschehen sind, die laut dem
    Verlag eine Überprüfung sinnvoll erscheinen lassen.

    Daniel (Autor Dan Davis)


    PS zu kaputte Rechner etc.:
    Aber Du weißt ja - alles kommt im Leben irgendwann auf einen zurück. Karma. Auch für jene, falls es keine Zufälle waren.

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